„Grüne Auen – finstere Täler“ (Psalm 23)

Beides gehört zum Leben mit Gott.

Aber wie passt es zusammen?

 

Ich war nie Pietist. Ich war nie orthodox, sonst wäre ich heute Pfarrer. Ich wollte auch kein Schwärmer sein, und habe mich deshalb aus charismatischen Modetrips herausgehalten.

 

Jesus-Freaks oder Jesus-People haben die Liebe Gottes erlebt als Inspiration, das Leben zu entfalten – mit der Gitarre in der einen Hand, einem Kind in der anderen, „Jesus liebt dich“ auf den Lippen, Freunde um sich herum mit denen einen das gemeinsame Abenteuer verbindet. Außerdem real erlebt (nicht fiktiv eingebildet): Neues Leben für Fixer, Depressive, Drogenhändler, Kriminelle – und normale Bürger. Soziale Projekte, Kreativität zu Hauf („Nimm Zwei“ – „Superzwei“). Wir waren Zeugen des Wunderbaren, es geschah in unserer Mitte. Gott wirkte Wunder in unserer Mitte.

 

Der Prostatakrebs bei T. und M. kam erst später, das Buch von Kopfermann „Das Ende einer Illusion“ kam erst später, der tödliche Autounfall von K.K. auf dem Weg zum Pfingstgottesdienst kam erst später, der Ehebruch von K. und S. und…kamen erst später, manche Vorbilder wurden zu Karikaturen. Als sich Widersprüche zeigten, Risse, Scheitern an den eigenen Idealen (Ehescheidungen), Willkürlichkeit in den Schicksalsschlägen – da habe ich die Konsequenzen gezogen. Ich musste mich besinnen. Ich brauchte Abstand und wollte doch die Verbindung zu Gott nicht abreißen lassen, erreichbar bleiben für ihn.

 

Nun suche ich einen Weg, der das Positive festhält und für das Empfangene dankbar bleibt – und zugleich das Negative nicht leugnet oder christlich weginterpretiert. Das ist schwer, schizophrenes Denken liegt nahe: Die Teppichunterseite zeigt wirre Fäden, die Oberseite herrliche Muster, aber beide sind wahr. Die Zusammenschau sieht Kreuz und Auferstehung zusammen, Scheitern und Siegen, Gottes selbstverordnete Ohnmacht und Gottes Verheißung: „Wenn aber das Vollkommene erscheinen wird, dann wird das Stückwerk aufhören“.

Bis dahin erhalte euch und mich der gnädige Gott im Glauben und in der Liebe.

 

Matthias Warnke 

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